Freitag, 23. November 2007

Melbourne Cup

Das Pferderennen, dass die Nation anhält. Bis ich hierher kam, hatte ich noch nie was davon gehört.
Schon eine Woche vor dem Rennen wird aufwendig ein enormes Fressfest geplant. Jeder muss irgendwas Leckeres zu essen mitbringen. Dann treffen sich am Vormittag alle Kollegen benachbarter Labore und Arbeitsgruppen in irgendeinem Gemeinschaftsraum und bauen stundenlang dieses Buffet auf. Ein Fernseher wird herangeschleppt und auf einen wackeligen Tisch gestellt, man sucht die Antenne. Vor allem die Frauen sind etwas schicker angezogen als sonst und in manchen Jahren müssen sie mit komischen Hüten kommen (so wie die Besucherinnen des Rennens in Melbourne selbst, die an diesem einen Tag wahrscheinlich den kompletten Jahresumsatz der Hutmacher erbringen). Dann kann man sich an den Wetten beteiligen und zieht für ein paar Dollar Zettelchen mit einem Pferdenamen. Ich hatte 'Princess Coup' Platz 13 :o(
Nach ewigem Rumgewurschtel geht es dann endlich los. Mit vollem Mund sitzt man gebannt vor dem Fernseher und wartet auf den Start. Jetzt sind in ganz Australien die Straßen leer, keiner arbeitet, alles steht still und dann .........Spannung...........Startschuss!!!........uuuund.......schon vorbei!! Nach einer Runde ist alles vorbei!!!!! Häh? Das wars? So viel Aufwand und Heckmeck für 3 Minuten??? Ja! Völlig beknackt, spleenig und albern. Genau mein Ding! Wieso hatte ich nur meinen komischen Hut nicht dabei?

Mittwoch, 21. November 2007

Floskel des Tages: Mate

Mate! Jeder Mann wird ausnahmslos 'Mate' genannt. Ob man ihn kennt oder nicht, ob es ein Polizist in Uniform ist oder ein Penner. Ok, den Kanzler der Uni nennt man vielleicht eher 'Sir' aber auf der Straße sind alle 'Mates'. Eine Welt voller Freunde........ ;o)

Samstag, 17. November 2007

Crikey! Ein später Nachruf.

Letzten Mittwoch fand an der Uni von Queensland eine Steve Irwin Memorial Vorlesung statt. Großer Medienrummel, der Kanzler der Uni, alle wichtigen Herrschaften, Steve's Witwe Terri, sein Vater Bob und der halbe Australia Zoo waren da, um ihm und seiner Arbeit zu gedenken, eine Vorlesung über Krokodil-Tracking zu hören (die wirklich super war) und der Übergabe von Steve's Professur an seine Witwe mitzuerleben. Einen Tag später fand in Irwin's Australia Zoo mit ebensoviel Rummel der erste Steve Irwin day statt.
Was soll der ganze Aufwand, könnte man sich fragen? Erhöht man da nicht postmortem eine Knalltüte oder einen Spinner, wie ihn viele bezeichnen? Sicherlich war Irwin nicht unumstritten, hat er doch seinen neugeborenen Sohn während einer Show mit ins Krokodilgehege genommen und ist vielen Tieren während den Dreharbeiten für seine Dokumentationen sehr viel näher gekommen, als ihnen lieb war (was er ja letztendlich mit dem Leben bezahlt hat). Tierschützer verachten ihn dafür und bezeichnen seine Dokumentationen als reißerisch und übertrieben. Vor allen den Australiern war er oft ziemlich peinlich.
Was aber wenige wissen und was auch ich erst in der Vorlesung und ihm Gespräch mit seinen Kollegen und seiner Frau erfahren habe, ist wie sehr er sich für den Naturschutz und die Erhaltung von Tierarten, v.a. seiner heiß geliebten Krokodile, eingesetzt hat. Man kann sogar sagen, dass er sein Leben völlig in den Dienst dieser Sache gestellt hat. Seinen Jahresurlaub hat er mit Wissenschaftlern der Uni von Queensland im Busch verbracht um Krokodile zu erforschen. Die Irwins stecken quasi ihr ganzes Geld (das sind millionen) in den Zoo, unterstützen die Uni, Naturschutzorganisationen, wie die Wildlife Warriors und kaufen Grundstücke in diversen Ländern, um diese in Naturschutzgebiete zu verwandeln. Um solche Summen bereitzustellen bedarf es genau des Aufsehens das Irwin als der "Crocodile Hunter" erregt hat. Und das alles ist doch eine genial durchdachte Sache?!
Als Irwin's Vater Bob in den 70er Jahren mit seiner Frau einen kleinen 4ha großen Reptilienpark im verschlafenen Beerwah gegründet hat, hat wahrscheinlich keiner gedacht, dass daraus mal ein Imperium werden würde - ein Naturschutzimperium. So etwas kann man nicht mit drögem besserwisserischem Geschwätz erreichen. Seine Freunde sagen, Steve hatte wie kein anderer das Talent Leute zu begeistern und mitzureißen und sie beschreiben ihn als den enthusiastischsten, passioniertesten Menschen, den sie kannten, voller Liebe für das Leben, larger than life. Er selbst sagte über sich: "When i wake up in the morning, i'm on fire, mate!"

In Europa und Deutschland mit seiner Ökobewegung aus den 80er jahren ist Naturschutz selbstverständlicher als in einem Land wie Australien, dass das Kyotoprotokoll nicht ratifiziert hat, in dem der Bürgermeister von Cairns zum Keulen von Krokodilen aufruft, in dem man mit dem Geländewagen einen kleinen Schlenker von der Fahrbahn macht um den Leguan plattzufahren, den zuvor einer meiner Kollegen von der Straße gerettet hat, in dem Insektengift sich besser verkauft als Insektengitter und in dem trotz tropischer Sonne Solarzellen unbekannt sind. Hier braucht man einen Steve Irwin, um etwas Hirnlosingkeit durch Wissen und Interesse zu ersetzen. Das konnte er besser als jeder andere und dafür verdient er Respekt und Hochachtung.
Bin ich sentimental? Na klar und wie!! Wie kann man das angesichts solcher Leidenschaft und Liebe für das Leben, den Naturschutz und den Arterhalt nicht sein?
Wow mate, you were larger than life! Cheers

Dienstag, 13. November 2007

Rein oder raus?

Wie kann man nur kein soziales Leben haben? Seit ich in diesem Haus hier wohne, haben meine Mädels nicht einmal besuch gehabt....(Hallo????). Um 21h gehen hier die Lichter aus und man muss ruhig sein, wie in ner Jugendherberge, nur eben ohne Leute drin. Skypen geht nicht nach 22h, denn dann schläft Prinzesschen. Zwischendurch ist sie wieder ganz zuckersüß und ich denke, dass in der Ferien bestimmt mal wer vorbei kommt und vielleicht bis 23h auf sein darf. Wasn Käse! Also: Raus!!!!

Süüüüüüüüß!



Das Rote Riesenkänguru (Macropus rufus) ist das größte lebende Beuteltier und soooo kuschelig. Kangurus schmecken auch sehr gut (ooooooohhhh du Monster!) und sind eine echte Ökovariante zu Rind und all diesem Zuchtkram, weil sie wild leben und damit keine Energie für Haltung, Füttern, Tränken aufgewendet werden muss. Boing!

They're all dangerous, mate!

Was war sonst noch? Vor ein paar Wochen ist in unserer Gegend ein Sträfling entflohen (wusste gar nicht, dass hier ein Knast in der Nähe ist - nette Wohngegend) und als ich nach Hause kam suchte die Polizei die Gegend ab und spähte auch unter unser Haus. Als ich fragte was los sei und ob der Typ gefährlich sei meinte der Polizist: "They're all dangerous, mate!" Schluck.....schnell ins Haus, Türen verrammelt und tot gestellt. Später in den Nachrichten wurde gesagt, dass er sich auf der Flucht ein Bein gebrochen hatte und geschnappt wurde. Puh!

Und nu?

Jetzt hab ich hier son Blob-Dingen und weiß grad garnich was ich interessantes schreiben könnte. Schöne Schriftart.
Eigentlich wäre es ja toll gewesen seit meiner Ankunft am 27. August 2007 jeden Tag hier was zu schreiben. Allerdings bin ich da viel zu faul für und ich wollte ja auch eine super-duper eigene Website produzieren, aber...ach nee...html lernen? Dann lieber son Blob.
So, was ist bis jetzt passiert? Hab schon einige Ausflüge unternommen, nach Lone Pine zum Koalas und Kangaroos knuddeln, Mt Coot-Tha look-out mit toller Sicht über die Stadt und dem riesigem botanischen Garten. Ach vielleicht poste ich die doch alle einzeln??