Samstag, 29. Dezember 2007
Mittwoch, 26. Dezember 2007
Possum Highway
Possums sind kleine bis katzengroße nachtaktive Beuteltiere. Wenn sie nachts aufs Dach hüpfen und darauf herumlaufen klingt es wie eine Elefantenherde. Gärtner finden sie nicht so super, weil sie gerne die Blätter von Fruchtbäumen (z.B. Papayas) abknuspern.
Um von einem Garten zum nächsten zu kommen, laufen die Possums nicht etwa über die Straße, sondern benutzen selbstverständlich die viel sichereren Telefonmasten und -leitungen:
den Possum-Highway. Den benutzen sie recht lässig, als wären die Leitungen nur für sie gespannt worden.
Donnerstag, 20. Dezember 2007
Springbrook
Eine Mördertour! Ich untrainiertes Wesen hätte nicht gleich den 17km Stufe 4 Bushwalk mitgehen sollen, sondern vielleicht erstmal nur 10km. Im Nachhinein war es aber auf jeden Fall eine super Tour und ich werde gerne wieder mitgehen, vorausgesetzt man will mich Schnecke nochmal dabei haben und ich brauche bessere Schuhe und ein besseres Training.Mein Kollege Guido, der den Infrarotsinn von Schlangen erforscht, und seine Frau machen solche Touren fast jedes Wochenende und ich war froh als sie mich fragten ob ich nicht mal mitkommen wollte. Gesagt, getan und so fuhr ich mit den beiden plus einem weiteren Paar (alle haben ihre Partner :o( mit) in den Springbrook National Park im äussersten Süden Queenslands, fast schon NSW.
Auf der Hinfahrt kurvt man durch Eukalyptus- und Pinienwälder und der Geruch erinnerte mich doch sehr an Südfrankreich und ist außerdem nachgewiesenermaßen (N. A. Lavidis, Uni of Queensland) äußerst entspannend.
Man erreicht den Park und hat eine spektakuläre Aussicht auf das Tal mit Surfers Paradise und dem Pazifik im Hintergrund.
Da gehts also runter, naja, und wieder rauf?
Die ersten 10km gingen eigentlich ganz leicht, wenn auch etwas wackelig. Ich hatte leider keine Wanderstiefel sondern nur meine Samba-Schläppchen an, die vorher noch schon weiß waren doch sich im knöcheltiefen Matsch schnell der Wegfarbe anpassten.

Der Warrie-Walk, den wir liefen, führt an vielen spektakulären Wasserfällen vorbei und teilweise auch hinter ihnen her. Naß und windig!
Die Landschaft wechselt von feuchtem, dunklen Regenwald hinter der nächsten Kurve schon in eine trockene Graslandschaft, wieder gefolgt von Regenwald. Doch je weiter man ins Tal absteigt, desto feuchter und wärmer wird es und nach einer Weile ist man naßgeschwitzt und klebrig (auch dank Mückenschutz, siehe Hai-Tracking auf dem Boot-Post). Man muss über geröllige Wege laufen, die sehr schlammig sind und ab und an gilt es auch einen Fluss zu überqueren. Beim ersten und zweiten gelingt es mit trockenen Schuhen, beim dritten....mist....ausgerutscht und reingetreten. Das Problem mit nassen Schuhen ist, dass man sich leichter Blasen läuft. Zum Glück hatte ich trockene Socken eingepackt und die restlichen Flußüberquerungen barfuß unternommen. Was windet sich dort auf meinen Schuhen? Blutegel!!
Und nicht nur auf den Schuhen, sondern auch drinnen. Zum Glück sind sie nicht durch die Socken durchgekommen, denn so ein Blutegel ist nur schwer abzubekommen und dank Heparin blutet und suppt so ein Biß gerne zwei Tage. Yuk! Höllenviecher. Die einzige Schlange, die wir gesehen haben, mussten wir allerdings selbst mitbringen. Guido hat eines seiner Forschungsobjekte nicht in der Stadt freisetzen wollen, da die dort schnell plattgefahren oder erschlagen werden. Glückliches Tier, in so ein Paradies
gebracht zu werden.
Schwupps, war die Schlange weg. Sie hatte keine Lust mehr für mehr Fotos zu posieren und ist (etwas untypisch für Teppichpythons) auf den nächsten Baum geflüchtet.Nach 10km war dann meine Kraft aufgebraucht. Die zweite Pause nutzten die anderen zum Schwimmen im kalten Fluss und ich zum Entdecken einer fiesen Riesenzecke in meinem Nacken. Ich hasse Zecken. Zum Glück übertragen die hier (angeblich) keine Krankheiten, doch meine Laune war auch angesichts der noch kommenden 7km bergauf!!! ziemlich am Boden. Da konnten auch die Wasserfälle und tollen Szenarien nicht mehr viel dran rütteln. Und was für Szenarien!!!
Das debile Dschungelcamp wird übrigens nur einen Berg weiter südlich gedreht. Aber die feiste Dschungelkugel ist uns zum Glück nicht begegnet ;o) Der sitzt wohl eher im Hotel und lässt sich
einmal am Tag rauskarren.....In dem Regenwald stehen wirkliche Baumriesen, mit diesen Brettwurzeln. Manche werden auch von Würgefeigen, naja gewürgt eben.
Den Weg bergauf konnte ich nur im Rentnertempo und mit Drops alle 50m absolvieren und als wir nach unendlichen 8Std endlich wieder am Auto waren, war ich unglaublich k.o. So sehr, wie noch nie in meinem Leben, aber auch überglücklich diese Tour geschafft zu haben. Jetzt weiß ich, daß man mehr als eine halbe Stunde Schwimmen pro Woche schaffen kann. Auch wenn man am Tag nach dem Schwimmen nicht vor Schmerzen kaum aus dem Bett kommt und zwei Tage Erholungszeit braucht um wieder gehen und denken zu können. Aber dazwischen gibt es wohl den berühmten Mittelweg.

Freitag, 14. Dezember 2007
Batty and Bambam
In der Moreton Bay Research Station auf Straddie Island leben zwei Flughundwelpen-Waisen: Batty und Bambam. Gibt es was süßeres??


Bambam, hat bei Klicken der Kamera mit seinen Ohren herumgelauscht um das Geräusch zu orten


Batty, an ihren Nosferatuartigen Händen sieht man erst was es wirklich ist. Wie sie an dem Schnuller genuckelt hat, das gab richtige Maggie-Simpson-Laute *nucknucknuck*


Bambam, hat bei Klicken der Kamera mit seinen Ohren herumgelauscht um das Geräusch zu orten


Batty, an ihren Nosferatuartigen Händen sieht man erst was es wirklich ist. Wie sie an dem Schnuller genuckelt hat, das gab richtige Maggie-Simpson-Laute *nucknucknuck*
Dienstag, 11. Dezember 2007
Floskel des Tages: Ta!
'Ta' heißt danke aber auch bitte, gern geschehen oder tschüß. Man kann es also für alles sagen, was nicht von großer Bedeutung ist und wo 'thank you' viel zu viel wäre, wie etwa wenn man sich von einem Hähnchen was abreißen durfte oder nach dem Weg fragt.
Sonntag, 9. Dezember 2007
Jäger und Gejagte
Mein erster Feldtrip! Jippie!! Ich musste drum kämpfen noch mitfahren zu können, weil meine Betreuerin meinte die Zeit für mein Projekt rase davon und für sowas sei keine Zeit. Zum Glück war mein Prof anderer Meinung und so hab ich meinen Kram gepackt (Taucheranzug, man weiß ja nie....) und bin quasi als Hilfsarbeiter mit nach North Stradbroke Island gekommen. Für mein Projekt, in dem es um die Entwicklung des visuellen Systems bei Haien geht, musste ich den Lebensraum der Tiere definieren, also fotografieren, Lichteinstrahlung und Wassereigenschaften messen.
Da ich allerdings nich alleine mit nem Boot in der Gegen herumfahren kann und auch nicht weiß, wo die Tiere anzutreffen sind, habe ich als Freiwilliger einer Forscherin geholfen, die Haie (Bambushaie Chiloscyllium punctatum) zu tracken, also mit Sendern markierte Tiere erfolgen. Euphorisch hatte ich mich gleich für 5 Tage eintragen lassen.
Die ersten zwei Tage habe ich jedoch noch mit zwei Freundinnen Netze ausgelegt um Gitarrenfische zu fangen (Schaufelnasenrochen). Einen einzigen haben wir gefangen, neben einem Stachelrochen und Krokodilfischen, mit sympathischem Gebiß.
Dann kam das Bootfahren.
Man sitzt zu dritt in einem Motorboot und fährt in 6-Stunden-Schichten hinter dem Peilsender her. Was nicht zu schwierig war, da die Haie den ganzen Tag auf dem Boden rumliegen......also fährt man im Kreis drumrum und notiert die Position. Öde und anstrengend, zumal das Wetter ständig zwischen sengender Subtropensonne, fetten Regenschauern und Starkwind wechselte und ich meine Klamotten entsprechend.
Nach einigen Stunden ist man klebrig und naß von Schweiß, Sonnencreme, Salzwasser von unten, Regenwasser von oben. In der Dämmerung kommen die Sandfliegen und Moskitos, also schmiert man noch Insektenschutzmittel über alles drüber (keine europäische milde Mückenschutzmilch, sondern tropenstärke 80% DEET, gesundheitschädlich bei längerem oder zu großflächigem Anwenden. Wenn man es an die Lippen bekommt, werden sie taub).
Aber es wird doch noch spannend: wenn die Flut kommt und vor allem Nachts werden die Haie plötzlich aktiv und schwimmen in die Mangroven. Hinterher! Da es dort flach ist, muss man zu zweit ins Kanu umsteigen, die ganze Peilelektronik auf dem Schoß, Empfänger im Wasser. Einer paddelt und liest die Signalstärke ab, der andere (ich) sucht mit dem Empfänger, dem Hydrophon, nach dem stärksten "Ping" des Senders und weist in dessen Richtung. Durch die Austerbänke paddelnd kommt man den Magroven immer näher, was man am immer lauter werdenden Surren und Schwirren von Myriaden Insekten hört. Bilder von moskitoverseuchten Fiebersümpfen erscheinen im Kopf; ob wir durch Spinnennetze fahren? Zum Glück bin ich von einer 80%igen Giftschicht bedeckt. Dutzende kleiner Fische hüpfen vor dem Kanu und um unsere Köpfe herum, aufgeschreckt durch den Lichtkegel meiner Taschenlampe. Hoffentlich hüpft mir ins Gesicht, denn die Biester haben einen Stachel an der Nase und da waren doch die Geschichten, dass jemand einen im Auge stecken hatte? Oder hab ich mich da verhört? Egal. Die ganze Müdigkeit ist verflogen, die Klebrigkeit vergessen und man ist hellwach und gespannt. Und dann ist das Signal ganz stark. Der Hai muss hier irgendwo sein! Leuchte! Siehst Du ihn? Weiter rechts! Und da ist er.....wegen seiner Bewegungslosigkeit über die ersten Tage schon totgeglaubt sitzt er vor einem im Wasser und man könnte fast die Hand austrecken und ihn erreichen. Mission beendet, nichts wie nach hause, denn es sind nur 6 Stunden bis zur nächsten Schicht. Wieso hab ich nur bis Sonntag zugesagt, ich Horst!?
Nach 5 Tagen endlich fertig, und wie! Schichtarbeit erzeugt Zombies!
Der krönende Abschluß kam jedoch auf der Rückfahrt im Zug. Ich war froh der letzten Nachtschicht entkommen zu sein, für die ein Kollege einsprang und zuversichtlich um 22h zuhause zu sein. Doch ein betrunkener Vollspacko hatte sich mich für eine Sonntagabendspezialbehandlung ausgesucht, dh meinen Koffer durch die Gegend zu treten und mir eins aufs Maul zu geben. Er: abgehauen, ich: geschockt, meine Mitreisenden: amüsiert bis genervt. Von Paramedics am Bahnsteig abgeholt, 1 Stunde Aussage bei der Polizei gemacht, mit dem Taxi gefahren, um 24h zuhause angekommen.
Was für ein Preis für ein paar Fotos und Messdaten! Was für ein Trip!
Da ich allerdings nich alleine mit nem Boot in der Gegen herumfahren kann und auch nicht weiß, wo die Tiere anzutreffen sind, habe ich als Freiwilliger einer Forscherin geholfen, die Haie (Bambushaie Chiloscyllium punctatum) zu tracken, also mit Sendern markierte Tiere erfolgen. Euphorisch hatte ich mich gleich für 5 Tage eintragen lassen.
Die ersten zwei Tage habe ich jedoch noch mit zwei Freundinnen Netze ausgelegt um Gitarrenfische zu fangen (Schaufelnasenrochen). Einen einzigen haben wir gefangen, neben einem Stachelrochen und Krokodilfischen, mit sympathischem Gebiß.
Dann kam das Bootfahren.
Man sitzt zu dritt in einem Motorboot und fährt in 6-Stunden-Schichten hinter dem Peilsender her. Was nicht zu schwierig war, da die Haie den ganzen Tag auf dem Boden rumliegen......also fährt man im Kreis drumrum und notiert die Position. Öde und anstrengend, zumal das Wetter ständig zwischen sengender Subtropensonne, fetten Regenschauern und Starkwind wechselte und ich meine Klamotten entsprechend.
Nach einigen Stunden ist man klebrig und naß von Schweiß, Sonnencreme, Salzwasser von unten, Regenwasser von oben. In der Dämmerung kommen die Sandfliegen und Moskitos, also schmiert man noch Insektenschutzmittel über alles drüber (keine europäische milde Mückenschutzmilch, sondern tropenstärke 80% DEET, gesundheitschädlich bei längerem oder zu großflächigem Anwenden. Wenn man es an die Lippen bekommt, werden sie taub).
Aber es wird doch noch spannend: wenn die Flut kommt und vor allem Nachts werden die Haie plötzlich aktiv und schwimmen in die Mangroven. Hinterher! Da es dort flach ist, muss man zu zweit ins Kanu umsteigen, die ganze Peilelektronik auf dem Schoß, Empfänger im Wasser. Einer paddelt und liest die Signalstärke ab, der andere (ich) sucht mit dem Empfänger, dem Hydrophon, nach dem stärksten "Ping" des Senders und weist in dessen Richtung. Durch die Austerbänke paddelnd kommt man den Magroven immer näher, was man am immer lauter werdenden Surren und Schwirren von Myriaden Insekten hört. Bilder von moskitoverseuchten Fiebersümpfen erscheinen im Kopf; ob wir durch Spinnennetze fahren? Zum Glück bin ich von einer 80%igen Giftschicht bedeckt. Dutzende kleiner Fische hüpfen vor dem Kanu und um unsere Köpfe herum, aufgeschreckt durch den Lichtkegel meiner Taschenlampe. Hoffentlich hüpft mir ins Gesicht, denn die Biester haben einen Stachel an der Nase und da waren doch die Geschichten, dass jemand einen im Auge stecken hatte? Oder hab ich mich da verhört? Egal. Die ganze Müdigkeit ist verflogen, die Klebrigkeit vergessen und man ist hellwach und gespannt. Und dann ist das Signal ganz stark. Der Hai muss hier irgendwo sein! Leuchte! Siehst Du ihn? Weiter rechts! Und da ist er.....wegen seiner Bewegungslosigkeit über die ersten Tage schon totgeglaubt sitzt er vor einem im Wasser und man könnte fast die Hand austrecken und ihn erreichen. Mission beendet, nichts wie nach hause, denn es sind nur 6 Stunden bis zur nächsten Schicht. Wieso hab ich nur bis Sonntag zugesagt, ich Horst!?
Nach 5 Tagen endlich fertig, und wie! Schichtarbeit erzeugt Zombies!
Der krönende Abschluß kam jedoch auf der Rückfahrt im Zug. Ich war froh der letzten Nachtschicht entkommen zu sein, für die ein Kollege einsprang und zuversichtlich um 22h zuhause zu sein. Doch ein betrunkener Vollspacko hatte sich mich für eine Sonntagabendspezialbehandlung ausgesucht, dh meinen Koffer durch die Gegend zu treten und mir eins aufs Maul zu geben. Er: abgehauen, ich: geschockt, meine Mitreisenden: amüsiert bis genervt. Von Paramedics am Bahnsteig abgeholt, 1 Stunde Aussage bei der Polizei gemacht, mit dem Taxi gefahren, um 24h zuhause angekommen.
Was für ein Preis für ein paar Fotos und Messdaten! Was für ein Trip!
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