Eine Mördertour! Ich untrainiertes Wesen hätte nicht gleich den 17km Stufe 4 Bushwalk mitgehen sollen, sondern vielleicht erstmal nur 10km. Im Nachhinein war es aber auf jeden Fall eine super Tour und ich werde gerne wieder mitgehen, vorausgesetzt man will mich Schnecke nochmal dabei haben und ich brauche bessere Schuhe und ein besseres Training.Mein Kollege Guido, der den Infrarotsinn von Schlangen erforscht, und seine Frau machen solche Touren fast jedes Wochenende und ich war froh als sie mich fragten ob ich nicht mal mitkommen wollte. Gesagt, getan und so fuhr ich mit den beiden plus einem weiteren Paar (alle haben ihre Partner :o( mit) in den Springbrook National Park im äussersten Süden Queenslands, fast schon NSW.
Auf der Hinfahrt kurvt man durch Eukalyptus- und Pinienwälder und der Geruch erinnerte mich doch sehr an Südfrankreich und ist außerdem nachgewiesenermaßen (N. A. Lavidis, Uni of Queensland) äußerst entspannend.
Man erreicht den Park und hat eine spektakuläre Aussicht auf das Tal mit Surfers Paradise und dem Pazifik im Hintergrund.
Da gehts also runter, naja, und wieder rauf?
Die ersten 10km gingen eigentlich ganz leicht, wenn auch etwas wackelig. Ich hatte leider keine Wanderstiefel sondern nur meine Samba-Schläppchen an, die vorher noch schon weiß waren doch sich im knöcheltiefen Matsch schnell der Wegfarbe anpassten.

Der Warrie-Walk, den wir liefen, führt an vielen spektakulären Wasserfällen vorbei und teilweise auch hinter ihnen her. Naß und windig!
Die Landschaft wechselt von feuchtem, dunklen Regenwald hinter der nächsten Kurve schon in eine trockene Graslandschaft, wieder gefolgt von Regenwald. Doch je weiter man ins Tal absteigt, desto feuchter und wärmer wird es und nach einer Weile ist man naßgeschwitzt und klebrig (auch dank Mückenschutz, siehe Hai-Tracking auf dem Boot-Post). Man muss über geröllige Wege laufen, die sehr schlammig sind und ab und an gilt es auch einen Fluss zu überqueren. Beim ersten und zweiten gelingt es mit trockenen Schuhen, beim dritten....mist....ausgerutscht und reingetreten. Das Problem mit nassen Schuhen ist, dass man sich leichter Blasen läuft. Zum Glück hatte ich trockene Socken eingepackt und die restlichen Flußüberquerungen barfuß unternommen. Was windet sich dort auf meinen Schuhen? Blutegel!!
Und nicht nur auf den Schuhen, sondern auch drinnen. Zum Glück sind sie nicht durch die Socken durchgekommen, denn so ein Blutegel ist nur schwer abzubekommen und dank Heparin blutet und suppt so ein Biß gerne zwei Tage. Yuk! Höllenviecher. Die einzige Schlange, die wir gesehen haben, mussten wir allerdings selbst mitbringen. Guido hat eines seiner Forschungsobjekte nicht in der Stadt freisetzen wollen, da die dort schnell plattgefahren oder erschlagen werden. Glückliches Tier, in so ein Paradies
gebracht zu werden.
Schwupps, war die Schlange weg. Sie hatte keine Lust mehr für mehr Fotos zu posieren und ist (etwas untypisch für Teppichpythons) auf den nächsten Baum geflüchtet.Nach 10km war dann meine Kraft aufgebraucht. Die zweite Pause nutzten die anderen zum Schwimmen im kalten Fluss und ich zum Entdecken einer fiesen Riesenzecke in meinem Nacken. Ich hasse Zecken. Zum Glück übertragen die hier (angeblich) keine Krankheiten, doch meine Laune war auch angesichts der noch kommenden 7km bergauf!!! ziemlich am Boden. Da konnten auch die Wasserfälle und tollen Szenarien nicht mehr viel dran rütteln. Und was für Szenarien!!!
Das debile Dschungelcamp wird übrigens nur einen Berg weiter südlich gedreht. Aber die feiste Dschungelkugel ist uns zum Glück nicht begegnet ;o) Der sitzt wohl eher im Hotel und lässt sich
einmal am Tag rauskarren.....In dem Regenwald stehen wirkliche Baumriesen, mit diesen Brettwurzeln. Manche werden auch von Würgefeigen, naja gewürgt eben.
Den Weg bergauf konnte ich nur im Rentnertempo und mit Drops alle 50m absolvieren und als wir nach unendlichen 8Std endlich wieder am Auto waren, war ich unglaublich k.o. So sehr, wie noch nie in meinem Leben, aber auch überglücklich diese Tour geschafft zu haben. Jetzt weiß ich, daß man mehr als eine halbe Stunde Schwimmen pro Woche schaffen kann. Auch wenn man am Tag nach dem Schwimmen nicht vor Schmerzen kaum aus dem Bett kommt und zwei Tage Erholungszeit braucht um wieder gehen und denken zu können. Aber dazwischen gibt es wohl den berühmten Mittelweg.

1 Kommentar:
du warst zu früh da...:
http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,528213,00.html
http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,528296,00.html
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